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den Geschichten um Königin Medb und ihrem Gatten Ailill,
Herrscher über Connacht, spiegelt sich noch am ehesten
die Stellung der Frau in der keltischen Gesellschaft wider,
und zwar in nahezu jeder Beziehung. Sowohl das Recht auf Eigentum
als auch das Recht am eigenen Körper und damit verbunden
einer freien Auslebung der Sexualität wird darin deutlich
gemacht. Aufgrund der drei Eheformen der Kelten war es für
Medb immens wichtig, dass sie nicht geringer gestellt war als
Ailill, sondern möglichst noch höher, weil dies ihre
Position innerhalb der Ehe definierte.
Medb galt dabei als eine der Hauptgöttinnen Irlands und
in dieser Funktion war sie die Frau von jedem König der
einzelnen Provinzen. In der Regel hatten die Männer keine
andere Wahl, als sich mit ihr zu vermählen, und so präsentierte
sie gleichzeitig auch das Land Irland. Und durch die sinnbildliche
Vermählung waren die Könige auch dem Land verpflichtet.
Eines Abends gerieten Königin Medb und ihr Mann, König
Ailill, darüber in Streit, wer von beiden das grössere
Vermögen habe. Und da jeder von ihnen darauf beharrte,
das seine sei grösser, beschloss man am nächsten Tag
einen direkten Vergleich anzustellen.
Es ergab sich, dass beide Vermögen nahezu gleich gross
waren, mit dem einen Unterschied, dass in der Herde des Königs
ein besonders grosser und wertvoller Stier mehr war.
Königin Medb erfährt, dass in der Nachbarprovinz ein
noch besserer Stier war und sendet einen Boten aus mit der Bitte,
diesen Stier für ein Jahr auszuleihen. Im Gegenzug versprach
sie dem Besitzer, Dare, eine reiche Entlohnung sowie den Genuss
ihrer Schenkel.
Dare ist anfangs willens, den Stier zu entleihen, erfährt
aber von einem prahlerischen und drohendem Verhalten seitens
der Boten und weist die Bitte zurück. Daraufhin sammelt
sie ihre Krieger und beginnt einen Heereszug um den Stier mit
Gewalt zu holen.