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Iren hatten eine Reihe von Inseln, die sie als Stätten des
Glücks ansahen, die von Göttern, Geistern, Kobolden,
Elfen und Zwergen bevölkert waren. Dort herrschte ewiger
Frühling, Alter und Krankheit waren dort unbekannt.
Es gab zum Beispiel Tir Nan Og, die Insel der Jugend; Tirfo Thuinn,
das versunkene Land; Tire Nam Beo, die Insel der Lebenden; Tirn
Aill, die andere Welt; Mag Mor, die grosse Ebene; Mag mell, die
schöne Ebene; und Tir Tairngire, die Ebene des Glücks.
Manche dieser Inseln trieben auf dem Meer, andere schwebten unter
Wasser und tauchten nur alle paar Jahre auf. Wo diese Inseln liegen
entzieht sich jedem Wissen und schon manch einer hat sich auf
die Suche an ihnen begeben.
Die folgende Geschichte handelt von Oisin, der als einer der
wenigen Sterblichen auf die Insel Tir Nan Og, der Insel der Jugend,
eingeladen wurde. Hier wird verdeutlicht, welche Freiheiten sowohl
die Lebensweise als auch die Entscheidungen betreffend die Frauen
hatten. Die Fee Niamh erwählte ihn und nicht er nahm sie
sich! Und als er sich entscheidet, sie wieder zu verlassen, hat
das für ihn weitreichende Folgen.
Oisin war der Sohn Finns, ein berühmter Krieger und Anführer
der Feniers. Eines Tages erschien ihm auf der Jagd eine wunderschöne
Frau. Es war Niamh vom goldenen Haar und sie erwählte ihn
unter seinen Begleitern als Liebhaber. Auf ihrer Zauberstute begleitete
er sie nach Tir Nan Og, dem schönsten Land unter der Sonne.
Die prächtigsten Schlösser und Burgen sahen sie auf
ihrer Reise. In einer dieser Burgen wurde eine Hofdame der Götterkaste
Thuata de Danann gefangen gehalten. Oisin gelang es, den Dämonen
der Tiefsee, der sie gefangen hielt, zu bekämpfen und befreite
sie.
300 Jahre lang blieb Oisin im Land der ewigen Jugend, bis ihn
das Heimweh befiel und er darum bat, seinen Stamm besuchen zu
dürfen. Diese Bitte wurde ihm gewährt, allerdings musste
er ein Versprechen ablegen: er durfte nie einen Fuss auf irischen
Boden setzen. Aus diesem Grund gab Niamh ihm ihre Zauberstute
mit.
Als Oisin Irland erreichte, fand er es gänzlich verändert
vor. Seinen Vater Finn und auch die Feniers gab es nicht mehr,
die grössten Schlachten waren geschlagen und das Land war
durch St. Patrick zum Christentum bekehrt worden.
Auf seinem Ritt durch Irland bemerkte er drei Männer, die
sich vergeblich bemühten, einen Stein aufzuheben. Als er
sich von dem Pferd beugte um ihnen zu helfen, riss der Sattelgurt
und Oisin stürzte zu Boden. In diesem Augenblick verschwand
die Zauberstute und Oisin verwandelte sich in einen alten, blinden
Mann.
Der heilige Patrick fand ihn so und nahm ihn mit zu sich nach
Hause. Und so sehr er sich auch bemühte, Oisin zum Christentum
zu bekennen, konnte dieser sich nicht vorstellen, wie ein Leben
nach dem Tod ohne Finn und seine Feniers, ohne Frauen und Jagd
aussehen könnte und er beschloss, dann schon eher in die
von Patrick angekündigte Hölle zu gehen, wenn sie denn
so aussehen würde, wie Oisin sich das andere Leben immer
vorgestellt hatte.